Geschichte und Entwicklung des Spitalfonds Villingen

Wann die Gründung des Heilig-Geist-Spitals in Villingen erfolgte, ist nicht genau bekannt. Eine Gründungs- oder Stiftungsurkunde liegt nicht vor. Der älteste, völlig gesicherte Beleg für ein Heilig-Geist-Spital in Villingen datiert vom 15. April 1286.

Der Erzbischof Renaldus von Messina und dreizehn weitere, namentlich genannte Bischöfe stellten an diesem Tag in Rom einen Ablassbrief aus, in dem sie zur Mithilfe bei der Vollendung des Heilig-Geist-Spitals in Villingen aufriefen. Mit der Errichtung des Spitals musste jedoch schon einige Zeit vorher begonnen worden sein. Die Gründung des Spitals waren Verdienste von Gräfin Agnes von Fürstenberg zwischen den Jahren 1284 und 1286.

Besitztum erhielt das Spital durch Schenkungen des Grafen Friedrich von Fürstenberg - eine Wiese zwischen Fürstenberg und Sumpfohren, ein Eigenhof in Bräunlingen sowie ein weiteres Gut von Agnes von Fürstenberg. Durch einen Bittbrief von Gräfin Agnes an alle Kirchherren in der Umgebung wurde versucht, Geld für das Spital zu bekommen, damit dieses seinen vielfältigen Aufgaben gerecht werden konnte.

Die Gründung des Spitals fiel in die Zeit größter Blüte der Stadt. Klöster wurden gegründet, die Stadt wurde ummauert und das Münster ausgebaut. Das Spital lag zwischen dem Münsterkirchhof – dem heutigen Münsterplatz – und der Rietstraße.

Im 15. Jahrhundert erfolgte ein Neubau. Dabei handelte es sich um ein – im Vergleich zu den verschiedenen Klöstern der Stadt – verhältnismäßig kleines längliches Gebäude. An der dem Riettor zugewandten Seite befand sich die mit einem Zwiebeltürmchen gezierte Spitalkapelle. Ein weiterer Umbau erfolgte 1727 auf einem großzügigen, hufeisenförmigen, dreiflügeligen Grundriss. 1825 wurde das Spital in das ehemalige Franziskanerkloster verlegt und das Gebäude zum Kaufhaus für den damals blühenden Getreidehandel umgebaut.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

1825-1978: Heilig-Geist-Spital im ehem. Franziskanerkloster, Foto: Stadtarchiv

Das Altenheim in der ehemaligen Stadt Villingen bestand im Jahre 1966 aus dem Hauptgebäude des ehemaligen Franziskanerklosters mit Kreuzgang, Rietgasse 2 (60 Bewohner), Osianderhaus, Rietstraße 37 (16 Bewohner), Hämmerlehaus, Rietgasse 1 (5 Bewohner), Storzenhaus, Brunnenstraße 48 (8 Bewohner). Die beiden letztgenannten Gebäude Brunnenstraße 48 und Rietgasse 1 wurden erst zu Beginn der 60er Jahre wegen des großen Bedarfs an Heimplätzen für die Unterbringung von Heimbewohnern eingerichtet. Man war sich schon damals im Klaren, dass dies nur ein Provisorium sein konnte.

1978: Das neue Alten- und Pflegeheim wird fertiggestellt, Foto: Jens Hagen

Nach über elfjähriger Vorbereitungs- und Bauzeit wurde am 28.09.1978 das heutige Alten- und Pflegeheim "Heilig-Geist-Spital", Schertlestraße 2, mit 171 Plätzen eröffnet.

1987: Neubau Wohnpark Hammerhalde, Foto: Jens Hagen

In Anbetracht der sich inzwischen veränderten Bedürfnisse der Senioren hat der Spitalfonds Villingen in den Jahren 1986-1987 die Seniorenwohnanlage "Wohnpark Hammerhalde" mit 52 alten- und behindertengerechten Wohnungen erstellt.

2000: Neubau "Betreutes Wohnen am Warenbach", Foto: Jens Hagen

Aufgrund der großen Nachfrage nach dieser Wohnform entschied der Stiftungsrat, auf der ehemaligen Kaiserwiese in der Bleichestraße weitere Wohnungen zu bauen. Im Februar 2000 konnte die betreute Seniorenwohnanlage "Wohnen am Warenbach" mit 62 Wohnungen in Betrieb genommen werden.

Beide Anlagen erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit, was die große Anzahl von Nachfragen und Anmeldungen bestätigt.

2010: Neubau "Wohnungen Friedenstraße", Foto: Jens Hagen

In der Südstadt, einer sehr beliebten Wohngegend, hat der Spitalfonds Villingen in der Friedensstraße 2009/2010 eine Wohnanlage mit 12 Wohnungen für Senioren und Menschen mit Behinderung gebaut, deren Bezug ab Oktober 2010 möglich war.