Ziele und Aufgaben des Spitalfonds Villingen

Ziel des Spitalfonds Villingen ist es, älteren Menschen ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in Eigenverantwortung zu ermöglichen, aber auch darauf hinzuwirken, dass eine bedarfsgerechte Unterstützung, Betreuung und Versorgung für ältere und pflegebedürftige Menschen bereitgestellt wird.

Der Zweck des Spitalfonds Villingen hat sich seit Jahrhunderten grundsätzlich nie geändert. Gemäß der heute gültigen Satzung vom 17.07.1979 sind die zentralen Aufgaben der Unterhalt und Betrieb des Alten- und Pflegeheims Heilig-Geist-Spital sowie die „Betreuung und Unterstützung hilfsbedürftiger und pflegebedürftiger Personen“.

Der Spitalfonds Villingen ist der Träger des Alten- und Pflegeheims Heilig-Geist-Spital in Villingen und unterhält parallel dazu unterschiedliche Wohnanlagen in Villingen, die für das betreute Wohnen von Senioren und Menschen mit Behinderungen ausgelegt sind.
Mit dem Abt-Gaisser-Haus in Villingen bietet der Spitalfonds eine Plattform und ein Zentrum für Senioren, Behinderte und Pflegebedürftige sowie deren Angehörige.

Aufgaben des Spitalfonds bzw. des Heilig-Geist-Spitals

Die primäre Aufgabe blieb über die Jahrhunderte hinweg immer die Fürsorge der Armen, Alten, Kranken und Waisen im Heilig-Geist-Spital. Noch Jahrzehnte nach seiner Gründung hatten die von den Spitalorganen vorgenommenen Rechtsgeschäfte ausschließlich den Zweck, die wirtschaftlichen Verhältnisse des Spitals so zu stärken, dass es die Last der städtischen Fürsorge ständig tragen konnte.

Später nahm das Spital auch begüterte Personen auf, die auf seine Fürsorge nicht angewiesen waren. Diese wollten sich durch entsprechende Aufwendungen an Grundstücken und später auch an Geld im Spital gegen alle Zufälligkeiten des Lebens sichern. Doch hatte das Spital auch dann, als diese wohlhabenden Pfründner mehr in den Vordergrund rückten, immer noch seine fürsorgerische Aufgabe nach Kräften zu erfüllen gesucht. Es kam nicht - wie etwa in Freiburg i. Br. - zu einer Aufteilung in ein „Bürgerspital“ und in ein mit vergleichsweise ärmlichen Mitteln versehenes „Armenspital“ für die nichtbürgerlichen Kranken und Armen.

Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts suchten auch Wohlhabende ihren Unterhalt zu sichern, indem sie mit dem Spital Leibrenten- und später auch Pfründverträge abschlossen.  Begab man sich bei der Verpfründung völlig in den Bereich des Spitals und seiner Anstaltsordnung, so hatten die Leibrentenverträge den Zweck, sich im Spital einen Schuldner zu verschaffen, von dem man auch in unruhigen und teuren Zeiten eine pünktliche und vollständige Einhaltung eingegangener Verpflichtungen erhoffte. Der früheste noch erhaltene Vertrag dieser Art wurde im Jahre 1316 geschlossen. Auch in den folgenden Jahrhunderten finden sich solche Verträge immer wieder.

Wesentliche Teile des im Laufe der Zeit angewachsenen Vermögens begründen sich auf Schenkungen und Vermächtnisse sowie auf das Vermögen und die Erträgnisse verschiedener kleinerer Fonds, die alle zwischenzeitlich aufgelöst und dem Spitalfonds übereignet wurden.

In heutiger Zeit sind keine Schenkungen und Vermächtnisse mehr zu verzeichnen.
Derzeit besteht noch ein Pfründvertrag.